Tage für Alte Musik - musicadia 2019

Hille Perl und Renate Wolter-Seevers – Kuratorinnen der musicadia-Reihe im Sendesaal, haben in diesem Jahr ViolinistInnen der europäischen Top-Liga nach Bremen eingeladen, um in vier Konzerten die Vielfalt des Instruments in verschiedenen musikalischen Konstellationen präsentieren zu können.

Im Ticketlink können Sie Festival-Tickets kaufen, wenn sie alle 4 Konzerte der Reihe besuchen möchten:

Einzeltickets bitte unter den jeweiligen Konzerten erwerben!

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Die Violine im Wandel der Zeiten

2019 steht bei der musicadia die Violine im Mittelpunkt des Festivals.
Kaum ein Melodieinstrument hat die wechselvolle Geschichte der letzten 500 Jahre auf dem europäischen Kontinent, den Wandel der Epochen und so unverkennbar und unverzichtbar überdauert, wie die Geige: jedes Kind erkennt sie sofort, die typische Haltung und die weite Verbreitung in allen musikalischen Zusammenhängen und Zeitaltern hat bewiesen, die Violine ist und bleibt unverzichtbar. Dennoch hat selbstverständlich auch die Geige – wie fast alle anderen Instrumentengattungen auch – erhebliche Modernisierungen und baulichen Veränderungen durchleiden müssen: zwar bleiben wir immer bei denselben vier Saiten in Quintstimmung und nahezu unveränderter Größe durch die Jahrhunderte, selbstverständlich gab es aber auch bei der Violine – und den dazugehörigen Bögen im Verlauf der Jahrhunderte diverse bauliche Veränderungen. Die musicadia konzentriert sich in diesem Jahr auf die barocke Hochzeit der Violinmusik, die Zeit der Entwicklung von der Violine als vordringlichstes Ensembleinstrument zu hochvirtuoser Solomusik verschiedener Ausprägung.

Das erste Konzert der Reihe befasst sich mit Kompositionen verschiedener Violinvirtuosen um oder im Vorfeld Johann Sebastian Bachs. Wir hören eine selten gespielte und äußerst virtuose Sonate von Johann Paul Westhoff aus Dresden, dazu eine sehr amüsante und theatralische Darstellung verschiedenster Instrumente auf einer Geige von Johann Jacob Walther eingerahmt von Werken Johann Sebastian Bachs und seines Onkels Johann Christoph Bach. Midori Seiler, die bekannte Virtuosin wird hierbei von ihrem Partner Christian Rieger auf dem Cembalo begleitet.

Als musikalisches Bremer Urgestein gestaltet Veronika Skuplik, die vor 33 Jahren als eine der ersten Studierenden der Akademie für Alte Musik Bremen ihr Studium begann ein Programm gemeinsam mit der Altistin Wiebke Lehmkuhl: Das Programm widmet sich dem lebendigen und sprudelnden italienischen Stil, angefangen mit einer Kantate des frühen Giovanni Maria Trabaci über Claudio Monteverdis Klagegesang der Maria und Werken von Antonio Vivaldi bis hin zu Arien von Georg Friedrich Händel wird eine große Bandbreite ausdrucksstarker und virtuoser Werke präsentiert.

Wie immer wird das Barockensemble der Hochschule für Künste Bremen wieder einen Beitrag zum Thema leisten: unter der Leitung der derzeitigen Vertretungsprofessorin Veronika Skuplik wird einer der großen Meister des 17. Jahrhunderts im Mittelpunkt des Konzertes stehen, der schon von seinen Zeitgenossen geliebte und verehrte Vogtländer Johann Rosenmüller. Rosenmüller hatte in Italien studiert und von dort wichtige Anregungen zurückgebracht, was in vielen seiner Ensemblewerke deutlichen Niederschlag findet.

Das Abschlusskonzert wiederum befasst sich mit der Entwicklung virtuoser Violinmusik im Frankreich, dessen Höhepunkt wohl die Sonaten von François Francoeur und Jean-Marie Leclair bilden. Die aufstrebende Virtuosin Plamena Nikitassowa hat mit ihrem Ensemble ein Programm entwickelt, was die Entwicklung höfisch geprägter Suitenformen zu virtuosen Sonaten in unterschiedlichen Formen beleuchtet: ausgehend von dem Bild der Violine zu Lullys Zeiten bis hin zum späten Sonatenstil zu Zeiten Ludwig XV werden Werke von Jean -Féry Rebel, Elisabeth de la Guerre und François Duval erklingen.

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