Beehoover & Barrels - live at Astra Stube HH

Das Zwei-Mann-Riff-Ungetüm BEEHOOVER macht auch auf seiner sechsten Langrille "Low Performer" keine Gefangenen und fräst sich mit Bass, Gesang und Schlagzeug durch eine wilde Landschaft aus Krach und Melodie, Lawine und Schöngeist.
Eine Abfahrt durch Stoner, Doom, Sludge und Metal mit einer
Vorliebe für progressive Strukturen und einem fast schon avantgardistischen Songverständnis.
Voluminös, fragil, krude, staubtrocken, anstrengend, neurotisch, seltsam, fordernd, aber irgendwie doch wahnsinnig erfüllend,
stimulierend, unterhaltsam und letzten Endes einfach nur das brachialste Mini-Orchester der Welt.

Zugegeben – es gibt Bands, die fassen sich kürzer. So braucht die neue EP der Hamburger BARRELS mit fünf Songs 28 Minuten Speicherplatz auf transparentem Vinyl. Aber was ist schon Speicherplatz. Denn andererseits gibt es viel zu erzählen und die eigenwillige Dynamik der Tracks verlangen einen gewissen Spannungsbogen. Der mixt die schroffe Kurz-Angebundenheit früher Helmet-Riffs mit offenen Grooves nach Quicksand-Rezept, findet zu kompakter verspielter Harmonie, wie man sie von Texas Is The Reason kennt, um in ausgiebigen Wutausbrüchen á la Drive Like Jehu zu eskalieren. Möglich wird das durch die neue, vielfältige wie gut justierte Rhythmussektion Lutz Möllmann (Drums / ULMe, Pendikel, Caleya) und Arne Hollmann (Bass, Vocals / Gallmucke, Miasma) als Fundament für die bewährte lückenlose krach-melodische Wand von Frederic Klemm (Vocals, Gitarre) und Anselm Klumpp (Gitarre). Der Werkzeugkasten aus Noise, Punk, Hardcore, Emo und Indie ist ein bewährtes Besteck, um sich den Ärger von der Seele zu spielen – und Anlass, sich zu ärgern gibt es anno 2019 bekanntlich genug. Drehte sich das direkte und persönliche Debüt „Invisible“ noch um den Tod eines Familienmitglieds, macht die 2020er EP die ganze Bandbreite gesellschaftlicher Störfaktoren auf. Vor der Kulisse ungezügelter Profitgier, rücksichtsloser Macht- und Rechthaber finden sich die Hamburger auf der privilegierten Seite der Welt – und damit vor den moralischen und persönlichen Fragen, die sich viele Fans des Genres stellen. Im Kleinen vor der eigenen Haustür, aber auch im Großen im Umgang mit dem Komfort, den das globale Dorf mit sich bringt. Ein positiver Komfort des globalen Dorfs liegt ganz offensichtlich in der internationalen Kollaboration kreativen Schaffens. Aufgenommen von Olman Wiebe im Hamburger Hertzwerk Studio fanden sich die fünf Songs in Baltimore wieder, wo Jawbox-Sänger und -Gitarrist J. Robbins im Magpie Cage den Mix übernahm. Die Independent-Ikone prägte das Genre mit Aufnahmen für Clutch, Against Me!, Texas Is The Reason und Jawbreaker. Zum finalen Schliff hanseatisch-amerikanischer Freundschaft legte Dan Coutant bei Sun Room Audio Hand an, wo bereits The Sword, Matt Pond PA, Jawbox oder Red Hare zu ihrem Sound fanden. Live erprobt ist die EP bereits. Bei ausgewählten Shows im Dezember 2019 stellten BARRELS das Resultat bereits zwischen 50 und 2000 Zuschauern in Norddeutschland vor. Zum offiziellen Release auf Arctic Rodeo Recordings am 8. Februar 2020 geht es natürlich wieder auf die Straße. BARRELS funktionieren eben am Besten analog – Live oder auf Vinyl. Vorwärmen ist im Download-Handel oder via Spotify & Co aber natürlich gerne möglich.

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Quelle: Facebook
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