Das Horoskop des Königs – L´Étoile

Komische Oper in drei Akten von Emmanuel Chabrier Text von Eugène Leterrier und Albert Vanloo
„Vorhersagen sind eine schwierige Sache, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.“ (Mark Twain) — König Ouf feiert alljährlich seinen Geburtstag mit einer öffentlichen Hinrichtung. So auch dieses Jahr. Ein Opfer ist gefunden. Lazuli, Hausierer, soll gepfählt werden. Kurz vor der Hinrichtung tritt Hofastrologe Siroco mit einer Prophezeiung auf den Plan: Völlig egal, wann Lazuli sterben sollte, in den Sternen stehe, dass es keine 24 Stunden danach Ouf erwischen würde. Ouf möchte nicht sterben – auf keinen Fall. Und so wird Lazuli vom Todeskandidaten zum bestbehüteten Untertanen des Reiches. Er wird hofiert und man bemüht sich fortwährend um sein ungetrübtes Wohlbefinden. Emmanuel Chabriers wiederentdecktes Werk ist eine 1877 entstandene Parodie, eine Farce in der Manier eines Jacques Offenbach. Wie sein Vorgänger und Vorbild karikiert Chabrier die europäischen Zustände mit ihren aufgeblasenen, machtbesessenen Potentaten und degenerierten Aristokraten. Und dies mit einer Musik, die flink, subtil, spritzig, farbig, voller Esprit und musikalischem Witz ist. BR-Klassik verlieh dem „Horoskop des Königs – L‘ Étoile“ den Operettenfrosch für besonderen Operetten-Mut. „Das Horoskop des Königs, eine unbekannte Operette – oder opéra bouffe – in einem Stadttheater frisch auszugraben und als Neuheit zu präsentieren, das ist für sich schon mal mutig,“ begründet die Redaktion Operette ihre Entscheidung, „Das Werk dann zwar als griffige Geschichte, aber nicht als reines Märchen zu präsentieren, ist angesichts eines wohl Operetten-ungeübten Publikums in Bremen das zweite Wagnis. Aber das Theater hat seine Aufgabe ernst genommen. Fein besetzt, klug gekürzt, gut gearbeitet. Dabei ist dem Produktionsteam die Balance zwischen Erzählung und aktuellem Bezug ganz gut gelungen. Ebenso die Balance zwischen Tabubruch, politischer Warnung und Charme. Sehr zeitgemäß.“

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Quelle: Theater am Goetheplatz
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