E. Beneš und das Verhältnis von Demokratie und völkischem Staat.

Präsentation des Buches „Pangermanismus. Edvard Beneš und die Kritik des Nationalsozialismus“ mit dem Autor Florian Ruttner.

Für eine Diskussion des Verhältnisses von westlicher Staatsidee und völkischem Staat ist ein Blick auf die Gedankenwelt von Edvard Beneš, des Mitbegründers, langjährigen Außenministers und zweiten Präsidenten des Tschechoslowakischen Staates durchaus von Interesse. War er doch nicht nur als praktischer Politiker, sondern auch als die gesellschaftlichen Verhältnisse reflektierender Denker mit völkischem Nationalismus konfrontiert.

Auch wenn Beneš besonders in der heutigen deutschen Rezeption oft selbst als völkischer Politiker hingestellt wird, wurde er in der von seinen völkischen Zeitgenossen als Vertreter des westlichen, antisemitisch konnotierten Staates verdammt, da er versuchte, einen westlichen, am Individuum orientierten Begriff des Staates stark zu machen, den er allerdings ab Mitte der zwanziger Jahre im Rückzug und die Demokratie in einer Krise sah.

Auf diese Bedrohung reagierend, entwickelte Beneš in seinen Schriften eine deutliche Unterscheidung der Rolle des Staates im faschistischen und im nationalsozialistischen System. Ist für ihn der Faschismus eine Reaktion auf den liberalen Staat, nähre sich der Nationalsozialismus auch aus anderen, eben völkischen Quellen, die ihn noch gefährlicher machten.

Eine Skizze dieser Einschätzungen Benešs soll als Ausgangspunkt für Überlegungen zu den Differenzen und Gemeinsamkeiten eines völkischen und republikanischen Staatsbegriffs sein, wie auch dazu, die Grenzen des letzteren auszuloten.

Zum Buch: https://www.ca-ira.net/verlag/buecher/pangermanismus/

Die Veranstaltung wird gemeinsam von Solarium (kommunistische Gruppe Bremen) und der Redaktion antideutsch.org veranstaltet.

Infos

Quelle: Facebook
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