Philosophisches Café – Carolin Emcke

Lob der Genauigkeit – Zu Gast: Carolin Emcke

Unsere Gegenwart ist eine polarisierte, unsere Gesellschaft eine gespaltene. Öffentliche Debatten sind zunehmend gekennzeichnet durch ein Freund-Feind-Schema, differenziertes Argumentieren und Respekt für die Anderen werden schnell als »Political Correctness« abgetan. Ablehnung äußert sich oft wenig argumentativ, vielmehr grassiert ein Umgang, der den Andersdenkenden jeden Respekt versagt.

In ihrer Studie »Gegen den Hass« (2016) hat die Philosophin und Publizistin Carolin Emcke diese Kultur analysiert: Statt dass wir uns Genauigkeit leisten, sitzen wir der Vereinfachung auf, statt dass wir uns aufs Gegenüber einlassen, verallgemeinern wir zum platten Kollektiv. Die »terribles simplificateurs«, vor denen der Kulturhistoriker Jacob Burckhardt schon vor mehr als 200 Jahren warnte, scheinen das Weltgeschehen zu dominieren. Der genaue Blick, das mit Bedacht gewählte Wort sind die Imperative der Stunde. Carolin Emcke übt sich seit vielen Jahren darin. Als Reporterin in Kriegsgebieten hat sie genau hingesehen. In ihren Kolumnen zerpflückt sie Vorurteile mit Akribie. 2016 erhielt sie für ihre Arbeiten den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

In ihrem neuesten Buch »Ja heißt ja und ...« (S. Fischer) analysiert sie die MeToo-Debatte und fragt, warum das Verhältnis von Sexualität und Wahrheit immer noch so kompliziert ist – und wir uns auch mit Blick auf das Begehren mehr Genauigkeit leisten können und sollen.

Moderation: Barbara Bleisch

Mit freundlicher Unterstützung der Udo Keller Stiftung Forum Humanum Medienpartner NDR Info, Kulturpartner NDR Kultur.

Karten ab 15.5. an den VVK-Stellen, in der Buchhandlung Samtleben, über diese Website, bei der Hotline 0180.60 15 729 sowie ggfs. an der Abendkasse. Mitglieder des Literaturhaus e.V. können ab 10.5. unter T 040.22 70 20 11 buchen.

Foto: Carolin Emcke © Andreas Labes

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