Der Bremer Weihnachtsmarkt hat einen Vorteil, den kein Marketing erzeugen kann: seine Kulisse stand schon da. Rathaus, Roland und Dom rahmen den Marktplatz seit Jahrhunderten ein. Fünf Minuten weiter, an der Weser, läuft parallel der Schlachte-Zauber — Mittelaltermarkt mit Feuer, Fellen und Met. Zwei völlig verschiedene Feste, ein Spaziergang dazwischen.
Die meisten Weihnachtsmärkte müssen sich ihre Atmosphäre bauen. Bremen musste nur die Buden aufstellen. Der Marktplatz ist ein geschlossener Raum aus Rathaus, Roland, St.-Petri-Dom, Bürgerschaft und Schütting — eine Kulisse, die seit 2004 auf der Welterbeliste steht.
Dazu kommt der zweite Markt, der Bremen von jeder anderen Stadt unterscheidet: der Schlachte-Zauber an der Weserpromenade. Kein Glüh-, sondern Feuerwein, keine Lichterketten, sondern offene Feuerschalen; Handwerk, Gaukler, Met, Flammlachs. Wer vom Marktplatz kommt, wechselt in fünf Minuten das Jahrhundert.
Für Auswärtige heißt das: eine Anreise, zwei vollständig verschiedene Abende. Und weil beides in der Fußgängerzone liegt, braucht man dazwischen kein Verkehrsmittel.