Die Möwe
Sonntag, 25. Januar 2026
15:00 Uhr
Preis auf Anfrage
Kunst & Kultur
Theater
KI-klassifiziert (hohe Konfidenz)
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(6 weitere Termine)Beschreibung
Im Oktober 1895, mit 35 Jahren, schreibt Tschechow an seinen Verleger Suworin, dass er an einem Stück arbeite, «das ich, wahrscheinlich, nicht vor November abschließen werde. Ich schreibe nicht ohne Vergnügen daran, obwohl ich mich schrecklich an den Bedingungen der Bühne vergehe. Eine Komödie, drei Frauenrollen, sechs Männerrollen, vier Akte, eine Landschaft (Blick auf einen See); viele Gespräche über Literatur, wenig Handlung, ein Pud [40 russische Pfund, also am ehesten ‹ein Sackvoll›], Liebe. Der Titel dieser Komödie heißt .» In den folgenden Wochen muss beim Schreiben noch eine Frauenrolle dazugekommen sein, jedenfalls schreibt Tschechow am 21.11. wieder an Suworin: «Ich habe mein Stück abgeschlossen. Ich habe es forte begonnen und pianissimo beendet – gegen alle Regeln der dramatischen Kunst.» Beide Zitate erzählen eine ganze Menge, sowohl über das Stück als auch über seinen Autor. Und sie verraten über beide wiederum fast gar nichts, ganz im Sinn von Tschechow. Bei ihm ist alles ganz einfach, fast banal, sowie tiefgründig und geheimnisvoll zugleich. Er hat fast nie über sich selbst gesprochen, und wenn, dann nur sehr sparsam und leicht. Dabei hat er in seinem kurzen Leben viele Kämpfe gekämpft. Aber er misstraute der dramatischen Selbstdarstellung zutiefst. Und zugleich wollte er die Kontrolle behalten über sein Innenleben, und das war nur möglich, indem er extrem sparsam damit umging, wem er Einblick gewährte. Ganz anders dagegen seine Figuren: Die sind so theatralisc