The Melt goes on forever. The Art & Times of David Hammons

Filmscreening und Künstlergespräch mit Anys Reimann und Eric Otieno Sumba

Freitag, 06. März 2026

18:00 Uhr

Weserburg

als Bühne und den Kunstmarkt als Spiegel gesellschaftlicher Machtverhältnisse.

Teerhof 20

28199 Bremen

ab 5,00 €

Kunst & Kultur

Film

KI-klassifiziert (hohe Konfidenz)

Beschreibung

1983, an einem kalten Wintertag in New York, stellt der US-amerikanische Künstler David Hammons einen improvisierten Straßenstand auf, breitet sorgfältig geformte Schneebälle in unterschiedlichen Größen auf einer Decke aus und bietet sie zum Verkauf an. Das scheinbar absurde Angebot eines flüchtigen, wertlosen Materials mitten im urbanen Alltag wird unter dem Titel Bliz-aard Ball Sale zu einer der prägnantesten Performances der amerikanischen Konzeptkunst.
Hammons, der in den 1970er- und 1980er-Jahren Teil des Black Arts Movement war, nutzt hier den öffentlichen Raum als Bühne und den Kunstmarkt als Spiegel gesellschaftlicher Machtverhältnisse.
Der Verkauf von Schneebällen wird zur subtilen Parodie der ökonomischen und kulturellen Wertschöpfung: Wer bestimmt, was „wertvoll“ ist? Was geschieht, wenn ein Schwarzer Künstler in einem Kontext agiert, in dem Schwarze Männer sonst oft marginalisiert oder kriminalisiert werden? Hammons’ ironische Geste legt auch den institutionellen Rassismus offen, der sich im Verhältnis von Produzent*innen, Käufer*innen und Betrachter*innen widerspiegelt.
Der Film The Melt Goes On Forever (2023) von Judd Tully und Harold Crooks zeichnet die Karriere des afroamerikanischen Künstlers David Hammons nach – von den 1960er-Jahre bis zu seiner heutigen internationalen Bedeutung in der Kunstwelt.
Die Künstlerbiografie wird im englischen Original gezeigt, mit englischen Untertiteln (1 Std. 41 Min.). Das anschließende Gespräch zwischen der Künstlerin Anys Reimann und dem Publizisten und Kurator Eric Otieno Sumba dauert ca. 50 Minuten und ist auf Deutsch.
Eric Otieno Sumba ist Autor und unabhängiger Forscher mit einem Hintergrund in Sozialtheorie, politischer Ökonomie, postkolonialen Studien und Kunstkritik. Zu seinen jüngsten redaktionellen Projekten zählen Global Fascisms (2025), Destination Tashkent: Experiences of Cinematic Internationalism (2024) sowie Echoes of the Brother Countries: Visions and Illusions of Anti-Imperialist Solidarity (2024). Seine Texte wurden unter anderem in Berlin Review, Frieze, The Guardian, Griotmag, London Review of Books, The Public Review, Texte zur Kunst und Camera Austria veröffentlicht
Anys Reimann (*1965) ist im Ruhrgebiet und später in Düsseldorf aufgewachsen. Mit „Mirrorball“ präsentiert die Weserburg Museum für moderne Kunst die erste museale Einzelausstellung der Künstlerin vom 2.5. – 4.10.2026. Reimann erforscht in ihren Werken das Spannungsfeld von Identität und Körper, von kultureller Zugehörigkeit und Repräsentation. Bekannt ist sie vor allem für Bildnisse Schwarzer Frauen: selbstbewusst, vielschichtig und herausfordernd zugleich. Westlich-kolonial geprägten Perspektiven setzt Reimann eigensinnige Bildwelten entgegen. Ihre Werke feiern das Hybride und Vieldeutige.
Im Rahmen der Ausstellung Cold as Ice. Kälte in Kunst und Gesellschaft.
In Kooperation mit der Arbeitnehmerkammer Bremen
Abb.: Filmplakat: The Melt Goes On Forever (2023)