Daniel Kehlmann "Afrika" Buchpräsentation
Dienstag, 23. Februar 2027
19:30 Uhr
Ende: 21:30 Uhr
Preis auf Anfrage
Kunst & Kultur
Literatur
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Beschreibung
© Beowulf Sheehan (Daniel Kehlmann) Eine koloniale Ordnung nimmt Gestalt an, während einer ihrer Verhandler verzweifelt versucht, einen privaten Betrug zu vertuschen. In seinem neuen Roman "Afrika" führt Daniel Kehlmann in das Berlin des Winters 1884/85. Auf Einladung Bismarcks beraten dort Vertreter europäischer Staaten, der USA und des Osmanischen Reiches über Handel, Besitzansprüche und die Regeln kolonialer Expansion. Afrikanische Vertreter sind nicht beteiligt. Die Schlussakte wird zur Grundlage für die anschließende Aufteilung Afrikas in Kolonien. Für Österreich-Ungarn sitzt Legationsrat Strinetzky am Verhandlungstisch, weil der Botschafter verhindert ist: Franz Liszt hat ihm ein Klavierstück gewidmet, das geübt werden muss. Strinetzky selbst hat beträchtliche Gelder an einen erfundenen Gutachter namens Doktor Waldbach überweisen lassen, um seine Affäre mit einer Schauspielerin zu finanzieren. Als in Berlin ein wirklicher Waldbach auftaucht, droht der Betrug aufzufliegen. Strinetzky muss 5.000 Gulden beschaffen. Dann fordert ihn auch noch ein preußischer Offizier zum Duell im Grunewald. Mit diesen Sorgen irrt Strinetzky durch die Konferenz und entwickelt ausgerechnet unter Druck ein Talent für Verhandlungen. Seine private Panik entfaltet sich in der routinierten Sprache der Diplomatie. Der Roman zeigt, wie Verantwortung sich in Verfahren auflösen kann. Seine Komik richtet den Blick auf die Banalität, mit der Geschichte gemacht wird. Nach "Lichtspiel" wählt Kehlmann erneut eine historische Konstellation, in der ein Einzelner Teil einer politischen Katastrophe wird, ohne ihre Dimension zu begreifen. Daniel Kehlmann liest aus "Afrika". Im Gespräch geht es darum, wie Literatur historische Wirklichkeit verwandelt und die koloniale Vergangenheit in die Gegenwart hinein sichtbar macht. Schwerbehinderte mit dem Merkzeichen B im Ausweis zahlen den Normalpreis, ihre Begleitung erhält freien Eintritt (nur direkt in der Glocke buchbar!). Es gibt keine weiteren Ermäßigungen.
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