Musik für 16 Stahlbleche. Rekonstruktionen II

135. Konzert von Unerhört

Sonntag, 12. April 2026

16:00 Uhr

Weserburg

Projektraum

Teerhof 20

28199 Bremen

ab 10,00 €

Konzert

Klassik

KI-klassifiziert (mittlere Konfidenz)

Beschreibung

Im 135. Konzert von Unerhört werden in einer Komposition für 16 schwingende Eisenbleche und Sand visuell nachvollziehbare Klangprozesse in mikrotonale Hörräume übersetzt, die ein persönliches Wahrnehmungsfeld eröffnen und zu einem außergewöhnlichen Hörerlebnis einladen.
Der Bremerhavener Aktivist für experimentelle Klanggeschehen Jens Carstensen hat zusammen mit Christoph Ogiermann und Mattia Bonafini von der Projektgruppe Neue Musik (pgnm Bremen) im Unerhört-Atelier das musikalisches Konzept für die Konzertinstallation ausgearbeitet.
Mit einem genial einfachen Versuchsaufbau mit einer Metallplatte, etwas Sand und einem Geigenbogen zauberte eins der Physiker und Astronom Ernst Florens Friedrich Chladni durch Anstreichen der Platte Muster und entdeckte um 1780 herum Prinzip und Ordnung von Klangbildern, die als Chladnische Figuren in die Wissensgeschichte eingingen und ihn als Begründer der Lehre der physikalischen Akustik auszeichneten.
Im Konzert wird der Geigenbogen ersetzt, die 16 Eisenplatten werden mittels Elektronik zum Schwingen und Klingen angeregt. Plastisch kommt dies zur Erscheinung auf der Oberfläche der mit Sand bestreuten Eisenplatte in fließenden, dünenartigen Bewegungen, die der raumgreifenden musikalische Gestaltung der Konzertes den Rahmen geben.
Das Konzert ist nicht nur eine Reise durch die fast 250 Jahre alte Lehre der Akustik. Es rekonstruiert Strategien für eine Musik „im Raum“, wie sie u.a. in zeitgenössischen Kompositionen von György Ligeti, Iannis Xenakis und Alvin Lucier zu finden sind.