© bremer shakespeare company
Do 26 Nov

Kunst & Kultur

Donnerstag, 26. November 2026

19:00 Uhr

»Reichsführers gehorsamster Becher«

bremer shakespeare company

Schulstraße 26, 28199 Bremen

Preis auf Anfrage

Beschreibung

Wie ist es möglich, dass so viele NS-Täter nach 1945 ungestraft „mitlaufen“ konnten, erfolgreich wurden und es zu großer gesellschaftlicher Anerkennung brachten? Das Leben des Bremers steht exemplarisch für eine solche Biografie. Der Getreidegroßhandel machte ihn zu einem der reichsten Männer in Westdeutschland und verschaffte ihm wichtige Posten in der Bremer Wirtschaft.
Am 11. Februar 1948 hatte ihn die Nürnberger Spruchkammer in die Gruppe V „Entlastete“ eingestuft. Im Januar 1961 berichtete der Weser-Kurier unter dem Titel „Geschäfte mit Menschenleben?“ über eine Verhandlung gegen Becher in Frankfurt a. M. und seine Rolle im Eichmann-Prozess. Erst als Becher im Juni 1961 vor dem Amtsgericht Bremen als Zeuge im Eichmann-Prozess aussagen musste, wurde auch in Bremen öffentlich über seine NS-Vergangenheit diskutiert.
1982 löste die Veröffentlichung der Bremer Journalistin Karla Müller-Tupath über seine Verbrechen heftige Reaktionen aus. Nach fünf Monaten, im Oktober 1982, stellte die Staatsanwaltschaft Bremen das Ermittlungsverfahren gegen ihn „aus Mangel an Beweisen“ ein – ohne Becher vernommen zu haben. Die szenische Lesung bringt dem Publikum historische Akten eindrücklich näher und sucht nach Erklärungsansätze für die brisanten Fragen nach Versagen und Versäumnissen von Staat und Öffentlichkeit. Historische Akten können eine dröge Angelegenheit sein – doch nicht in der bremer shakespeare company. Die bundesweit einzigartigen Inszenierungen nehmen das Publikum anhand von persönlichen Schicksalen direkt mit in die Stimmungen und Auseinandersetzungen der jeweiligen Zeit. Themen wie Flucht, Migration, Schuld und Versagen, Umgang mit den Verbrechen der NS-Zeit oder Bremer Geschichte(n) erhalten durch die aussagekräftigen Dokumente und das eindrückliche Schauspiel eine erschütternde Nachdrücklichkeit in der Gegenwart.

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Rubrik
Kunst & Kultur · Theater KI-klassifiziert (mittlere Konfidenz)
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