Kunst & Kultur
Donnerstag, 28. Januar 2027
19:00 Uhr
50 JAHRE NACH KRIEGSENDE
Schulstraße 26, 28199 Bremen
Preis auf Anfrage
Beschreibung
Die NS-Militärjustiz verurteilte rund 30.000 Wehrmachtsdeserteure zum Tode, mehr als 22.000 wurden hingerichtet. In der Bundesrepublik galten sie trotz der Verbrechen der Wehrmacht als vorbestraft und wurden gesellschaftlich geächtet. Seit den 1980er-Jahren kämpften Grüne, SPD, später auch PDS/Linke für ihre Rehabilitierung. Erst 2002 wurden die Urteile gegen Deserteure aufgehoben, 2009 auch die gegen sogenannte „Kriegsverräter“. Die Lesung zeichnet den langen Weg der Rehabilitierung am Beispiel des mutigen Kampfes des Deserteurs Ludwig Baumann (1921-2018) und der „Wehrkraftzersetzerin“ Luise Röhrs (1913-2000) aus Bremen nach. Historische Akten können eine dröge Angelegenheit sein – doch nicht in der bremer shakespeare company. Die bundesweit einzigartigen Inszenierungen nehmen das Publikum anhand von persönlichen Schicksalen direkt mit in die Stimmungen und Auseinandersetzungen der jeweiligen Zeit. Themen wie Flucht, Migration, Schuld und Versagen, Umgang mit den Verbrechen der NS-Zeit oder Bremer Geschichte(n) erhalten durch die aussagekräftigen Dokumente und das eindrückliche Schauspiel eine erschütternde Nachdrücklichkeit in der Gegenwart. Seit 2007 verbindet das Projekt Aus den Akten auf die Bühne historische und dramaturgische Arbeit und nimmt damit eine Vorreiterrolle in der Vermittlung von Geschichte mit theatralen Mitteln ein. Die Kooperation entstand auf Initiative der Bremer Historikerin Dr. Eva Schöck-Quinteros und entwickelt jede Lesung in konstruktiver Zusammenarbeit zwischen Studierenden, Mitarbeitenden der Universität Bremen und dem Ensemble der company. Regie und Text liegen bei Peter Lüchinger.
Details
- Rubrik
- Kunst & Kultur · Lesung KI-klassifiziert (hohe Konfidenz)
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